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Neuer Correctiv-Bericht zum Potsdam-Treffen: Desinformation durch systematische Auslassungen:

Wir hatten über eine Anfrage Correctivs an Teilnehmer des Potsdam-Treffens berichtet, die mit falschen Tatsachenbehauptungen gespickt war: https://x.com/RABrennecke/status/2048758784269455811

Danach war zu befürchten, dass Correctiv die Lügengeschichte zum Potsdam-Treffen dadurch kaschieren will, dass Teilnehmer des Treffens durch neue Falschdarstellungen in ein schlechtes Licht gerückt werden.

Nach unserer Intervention hat Correctiv auf diverse mutmaßlich geplante Lügen verzichtet. Herausgekommen ist eine zahnlose Geschichte mit dem bedeutungsschwangeren Titel „Dies unser Volk! – Bislang unveröffentlichte Inhalte der Potsdam-Konferenz“, die erneut alle irreführenden Merkmale des „Systems Correctiv“ aufweist.

Nichtigkeiten durch Meinungsäußerungen aufgebauscht, wesentliche Informationen verschwiegen:

Der neue Bericht erfüllt alle Merkmale des „Systems Correctiv“: Nichtigkeiten werden durch Meinungsäußerungen aufgebauscht. Wesentliche Hintergründe werden dem Leser verschwiegen.

Hier eine Analyse des Correctiv-Berichts:

Völkische Ideologie als aufgebauschte Meinung

Die vermeintlich bahnbrechende „Enthüllung“ des Correctiv-Berichts besteht darin, dass ein Teilnehmer des Potsdam-Treffens den Vortrag einer Strophe eines Gedichts von Konrad Windisch abspielt, in dem das – aus Sicht von Correctiv – böse Reizwort „Volk“ verwendet wird! Correctiv bemüht eine Kulturwissenschaftlerin, die dem Gedicht freihändig eine „völkische Ideologie“ unterschiebt. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass der Autor des Gedichts auch noch das „R“ gerollt habe!

Was Correctiv damit erreichen möchte, ist klar: Dem Leser soll suggeriert werden, dass der Autor das „R“ rollte wie Adolf Hitler und damit natürlich mit diesem im Geiste  wesensverwandt sein muss. Abermals versucht Correctiv – wie schon mit dem Begriff der „Wannsee-Konferenz“ in der verbotenen Lügengeschichte zum Potsdam-Treffen – einen aufbauschenden Bogen zum Nationalsozialismus zu schlagen.

Tatsächlich hat die in Potsdam vorgetragene erste Strophe des Gedichts mit völkischem Gedankengut nichts zu tun. Correctiv wurde mitgeteilt, dass die erste Strophe  eine pathetische Aufforderung zu nationalstaatlichem Denken und eine Werbung für einen gesamteuropäischen völkerverständigenden Gedanken enthält. Immerhin hat Correctiv diese entlastende Aussage auch niederschwellig in den Bericht aufgenommen.

Was Correctiv den Lesern verschwiegen hat: In der Beantwortung der Presseanfrage wurde Correctiv darauf hingewiesen, dass es keine einzige recherchierbare Stimme gibt, dass die vorgetragene erste Strophe des Gedichts ein völkisches Denken transportiere. Diese Gegenrede hat Correctiv verschwiegen und erweckt durch die fragwürdige und ergebnisorientierte Auslegung einer „Kulturwissenschaftlerin“ den falschen Eindruck, die breite Wissenschaft habe sich mit dem Gedicht auseinandergesetzt und dieses habe eine anerkannt abträgliche Bedeutung. 

Auch wenn Correctiv betont, der Autor habe beim vorgetragenen Gedicht das „R“ gerollt, verschweigt Correctiv dem Leser in der bekannt lückenhaften Darstellung einen entscheidenden Punkt:

Der Österreicher Windisch hat die Aufnahmen des abgespielten Gedichts zu einer Zeit eingesprochen, zu der es in Österreich völlig üblich war, dass „R“ zu rollen. Das gerollte „R“ war damals eine weit verbreitete Modeerscheinung. Im damaligen sogenannten „Bühnendeutsch“ wurde das „R“ als künstlerisches Stilmittel gerollt, und zwar von weiten Teilen der österreichischen Bevölkerung, insbesondere von Künstlern und Intellektuellen, häufig auch beim Vortrag von Gedichten auf der Bühne, Quelle hier:

https://en.wikipedia.org/wiki/B%C3%BChnendeutsch

Dass Windisch somit das „R“ gerollt hat, hatte nichts mit einer Nähe zum Nationalsozialismus zu tun, sondern das war ein sprachtypisches Phänomen der österreichischen Bevölkerung zu dieser Zeit, insbesondere im Kreis von Intellektuellen und Literaten.

Correctiv lässt diese Einordnung natürlich weg, damit schlecht informierte Leser den Eindruck gewinnen, Windisch sei aufgrund des gerollten „R“ ein überführter Nationalsozialist.

Kontaktschuld auch 45 Jahre später

Correctiv berichtet, ein Teilnehmer habe den Autoren des Gedichts kennengelernt. Immerhin stellt Correctiv klar, dass der letzte Kontakt rund 45 Jahre zurückliegt und der Teilnehmer nicht die Ansichten Windischs geteilt hat. Dass sich die beiden einmal über den Weg gelaufen sind, ist also bei näherer Betrachtung eine Nichtigkeit. Correctiv berichtet über das fast ein halbes Jahrzehnt zurückliegende Zusammentreffen dennoch, um über eine „Kontaktschuld“ Abträgliches raunen zu können.

Haltlose Darstellungen zum Potsdam-Treffen

Mit seinem aktuellen Bericht zum Potsdamer Treffen vom 28.04.2026 reagiert Correctiv erneut auf die gerichtlichen Niederlagen, die mehrere Teilnehmer gegen die Falschbehauptungen des Ursprungsberichts erstritten haben. Die nachfolgende Analyse legt dar, was Correctiv diesmal richtiggestellt hat – und was gezielt verschwiegen wurde.

So bringt Correctiv einige Zitate des angeblich in Potsdam Gesagten, diesmal aber mit der klaren Gegenrede der Teilnehmer, insbesondere auch von Martin Sellner, die diese Aussagen als frei erfunden zurückweisen.

Correctiv berichtet weiter davon, dass ein Teilnehmer ein Expertengremium gefordert habe. Die Falschberichterstattung im ersten Bericht zum Potsdam-Treffen, der Teilnehmer habe das Expertengremium auf eine „Vertreibung deutscher Staatsbürger“ bezogen, wird nun erst mit der Gegenrede des Teilnehmers versehen, dass er lediglich die Ausweisung ausreisepflichtiger Ausländer gefordert hat. Correctiv teilt jetzt erstmals wahrheitsgemäß mit, dass der Teilnehmer gegen die vormalige Falschbehauptung im Ursprungsbericht klagt.

Die Liebe zur Lücke: Was Correctiv verschwiegen hat:

Interessant ist, welche Informationen Correctiv dem Leser bewusst verschwiegen hat:

Correctiv hatte in der Anfrage behauptet, mehrere Verwaltungsgerichte hätten das, was Martin Sellner in Potsdam gesagt hat, als verfassungswidrig bewertet. Correctiv wurde mitgeteilt, dass diese Tatsachenbehauptung falsch ist. Kein Verwaltungsgericht hat das bewertet, was in Potsdam gesagt wurde. Correctiv hat nach dem Hinweis auf die Verbreitung der Falschbehauptung verzichtet.

Correctiv wurde zudem darüber informiert, dass die deutschen Verwaltungsgerichte einschließlich des Bundesverwaltungsgerichts mittlerweile entschieden haben, dass der in Potsdam verwendete Begriff der „Remigration“ völlig harmlos, weil wertneutral, insbesondere nicht verfassungswidrig ist. Das hat Correctiv den Lesern absichtlich verschwiegen. Eine solche vollständige Berichterstattung hätte natürlich nicht in das Narrativ Correctivs gepasst.

Correctiv hatte in der Anfrage die potenzielle Falschberichterstattung angelegt, in Potsdam sei von einem Teilnehmer nur zu deutschen, weißen Frauen gefordert worden, dass diese mehr Kinder haben sollten. Die dahinter angelegte Idee war klar: Dem Leser sollte suggeriert werden, dass völkische Ideale Gegenstand des Potsdam-Treffens waren. Correctiv wurde in Beantwortung der Presseanfrage mitgeteilt, dass der Teilnehmer auch zu mehreren Frauen mit Migrationshintergrund gelobt hatte, dass diese viele Kinder bekommen haben. Grund war, dass die deutschen Sozialsysteme, insbesondere das Rentensystem, durch eine zunehmende Kinderarmut unter Druck geraten. Der Teilnehmer des Potsdam-Treffens zielte mit seinem Lob also nicht auf eine völkische Ideologie ab, sondern nur darauf, dass wir in Deutschland mehr Kinder benötigen, um unsere Sozialsysteme am Laufen zu halten, wobei er ausdrücklich auch die Kinder mit Migrationshintergrund gelobt hat. Correctiv wurde klar, dass die mutmaßlich geplante Räuberpistole nicht haltbar ist, sodass auf diesem Aspekt in der Berichterstattung gänzlich verzichtet wurde. Eine seriöse und vollständige Berichterstattung hätte natürlich so ausgesehen, dass Correctiv vollständig berichtet hätte, dass in Potsdam mit Blick auf Probleme des Geburtenrückgangs auch Nachwuchs mit Migrationshintergrund befürwortet wurde. Das hätte aber nicht in das Narrativ Correctivs gepasst.

Fazit: Correctiv wie gewohnt: „Täuschen, Tricksen, Tarnen“:

Correctiv hat erneut eine „bahnbrechende” Recherche veröffentlicht, deren „sensationelle” Erkenntnis sich auf das gerollte „R” eines Österreichers und ein Gedicht reduziert, das gesamteuropäische Völkerverständigung fordert.

Das Muster dahinter ist bekannt und bleibt unverändert – das ist das „System Correctiv: Nichtigkeiten werden aufgebauscht und unvollständig dargestellt, relevante entlastende Gesichtspunkte werden gezielt verschwiegen. Dass Correctiv solche Recherchen überhaupt noch veröffentlicht, zeigt vor allem eines: Die Glaubwürdigkeit ist hin.

Das ist Aktivismus – kein Journalismus.