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Das Landgericht Köln ergänzt seine Verbote rechtswidriger „BILD“ - Berichterstattungen über Kardinal Woelki: Erweitertes Verbot gegen Axel Springer SE erlassen

Der Kölner Kardinal Reiner Maria Woelki hat mit HÖCKER einen weiteren gerichtlichen Erfolg gegen eine rechtswidrige Berichterstattung der BILD erzielt.

Unter bild.de hatte die Axel Springer SE einen Artikel veröffentlicht, in dem Kardinal Woelki verdächtigt wurde, dass er bei der Ernennung eines Stadtdechanten Aktenkenntnis von einer „Polizeiwarnung“, „belastenden Berichten“ und „Protokollen aus der Missbrauchsakte“ hatte.

BILD behauptete, dass Kardinal Woelki „nach BILD-Recherchen“ den Priester belastende Dokumente kannte. In dem Bericht hieß es:

Denn nach BILD-Recherchen kannte Woelki viele belastende Berichte, Protokolle aus der Missbrauchs-Akte und eine deutliche Warnung der Polizei.

Doch in der Personalakte lag sogar noch mehr Sprengstoff, der Woelki nicht davon abhielt, den Skandal-Priester auch noch zu befördern.
Für Woelki offenbar alles gar kein Problem, als er die Beförderung von D. im Juli 2017 feierlich bekannt gab.

Die angeblichen „BILD-Recherchen“ sind falsch. Die Behauptung, Kardinal Woelki habe die Akte mit den belastenden Dokumenten bei der Ernennungsentscheidung gekannt, ist frei erfunden.

BILD-Autor Nikolaus Harbusch hielt es nicht für erforderlich, Kardinal Woelki vor der Veröffentlichung mit den o.g. „BILD-Recherchen“ zu konfrontieren und Kardinal Woelki die Gelegenheit zu geben, diese zu entkräften. So wurde Kardinal Woelki von den Verdächtigungen im veröffentlichten Bericht der „BILD“ überrascht.

Das Landgericht Köln hat nun in einem einstweiligen Verfügungsverfahren sein Verbot der Berichterstattung der BILD erweitert und entschieden, dass auch die o.g. Verdachtsberichterstattung unzulässig war. Das Gericht hat der Verlegerin der BILD-Zeitung die Verbreitung der o.g. Passage verboten, so dass die Verbreitung des falschen Verdachts untersagt wurde, Kardinal Woelki habe bei der Ernennung des Priesters die „Polizeiwarnung“ sowie „belastende Berichte“ und „Protokolle aus der Missbrauchsakte“ gekannt (Az. 28 O 179/21, n.rkr.).

Die Pressekammer des Landgerichts Köln bestätigt damit, dass der „BILD“-Redakteur Harbusch bei der falschen und vorverurteilenden Verdachtsberichterstattung der „BILD" seine journalistischen Sorgfaltspflichten grob verletzt hat. Das Verbot ist ergangen, weil die Veröffentlichung solcher ehrabschneidender falscher Verdächtigungen ohne vorherige Gelegenheit des Betroffenen, dazu Stellung zu nehmen und die Vorwürfe zu entkräften, unzulässig ist. Hätte die „BILD“ Kardinal Woelki vor dem Bericht angehört, hätte er schon dann klarstellen können, dass die Verdächtigungen frei erfunden sind. Zu dem rechtswidrigen Bericht wäre es also erst gar nicht gekommen, wenn die BILD ordnungsgemäß angehört hätte.