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Discount-Fitnessstudio darf nicht behaupten, dass man bei Premium-Konkurrent „für jede Selbstverständlichkeit extra zahlen“ müsse.

Ein Discount-Fitnessstudio behauptete in einem Facebook-Post über einen Konkurrenten aus dem Premiumbereich, dass Kunden bei letzterem für „jede Selbstverständlichkeit“ extra zahlen müssten und es sich daher lohne, zu dem Discount-Fitnessstudio zu wechseln. Als Anreiz bot das Discount-Studio wechselwilligen Kunden an, für 6 Monaten kostenlos zu trainieren. Ferner sollte jeder Kunde des Discount-Studios 7,50 EUR gutgeschrieben bekommen, wenn er die Werbung über Facebook weiter teilt.

Tatsächlich erhalten Kunden des Premium-Fitnessstudio deutlich mehr Leistungen im Grundtarif und müssen für „Selbstverständlichkeiten“ auch nicht extra zahlen. Trotzdem rückte der Discount-Abieter auch auf eine Abmahnung hin nicht von seiner Werbung ab

Das Landgericht Hagen verurteilte das Discount-Fitnessstudio nun auf Antrag von HÖCKER zur Unterlassung der Äußerungen in dem Facebook-Post (Urteil v. 02.03.2017, Az. 21 O 15/17, n.rkr.). Nach Ansicht des Landgerichts liegt in der Behauptung, man müsse bei dem Premium-Studio für jede Selbstverständlichkeit extra zahlen, eine unlautere und damit rechtswidrige vergleichende Werbung.

Rechtsanwalt Dr. Lucas Brost:

„Falschbehauptungen über Wettbewerber auf Facebook und Twitter können ein Unternehmen massiv schädigen. Eine besondere Sorgfalt ist bei vergleichender Werbung geboten, erst Recht, wenn der Verletzer zum Teilen des Beitrages aufruft. Andererseits müssen Unternehmen zügig reagieren, damit Unwahrheiten keine weiten Kreise ziehen.“